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Muriels Wut
Muriels Verhängnis 1
Allgemeines
Autor/in Waschbärpfote
Illustrator/in Waschbärpfote
Schreibbeginn 3. Januar 2016
Schreibende ....
Chronologie
Reihe Das Schicksal der 12
Staffel Das Schicksal der Raben
Teil der Reihe 8
Teil der Staffel 2
Vorgänger (noch namenlose Geschichte über Rosalia)
Nachfolger (noch namenlose Geschichte über Glan)


Viel Spaß beim Lesen :) wünscht euch Raccoon You're the best, Bronce!

Prolog Bearbeiten

Gespenstische Stille hing über dem Wald, dem Strand, der Küste, dem Ozean und es war schaurig kalt. Alles lag verlassen da, die Leute waren in ihren Häusern und schliefen. Kein einziger Windstoß bließ, um die Wellen schaukeln zu lassen oder die Felsen zu berühren, das ganze Meer war glatt wie ein Spiegel.
Eine männliche Gestalt trat aus dem Wald heraus und blickte sich abwartend in der nächtlichen Landschaft um, als erwartete er, etwas zu finden, das er schon lange suchte. Die rabenschwarzen Augen des Mannes blieben an einem kleinen Haus hängen und ein boshaftes Lächeln huschte über seine, beinahe farblosen, Lippen.
Langsam kam der Mann näher, lief direkt auf das Haus zu. Vor der blau angestrichenen Haustür hielt er kurz inne, um durch das Fenster zu gucken. Kerzenlicht brannte im Inneren des Hauses und es waren ein Mann und eine Frau zu sehen, die sich fröhlich unterhielten, während sie liebevoll auf ein kleines Kind in einer Wiege herunterblickten.

"Oh ja, lacht ruhig. Aber ich habe noch meine Pläne mit diesem Kind.", flüsterte er gehässig während er sich von der Fensterscheibe löste und zurück zur Tür trat.
Ohne zu zögern schob er sie auf und trat näher. Niemand schien ihn zu bemerken, obwohl er direkt neben ihnen stand.
"Sie hat deine meerblauen Augen.", meinte die Frau zärtlich lächelnd zu ihrem Mann. Dieser betrachtete verträumt das Gesicht der Neugeborenen, das ihre Eltern seelig anlächelte und ein paar gluckselnde Geräusche machte. "Richtig, und sie hat dein Lächeln." Der unheimliche Beobachter verzog gehässig das Gesicht und wich von der Seite des Mannes, um sich näher zum Kind zu stellen. Dieses sah ihn mit großen, meerblauen Augen an. "Und Darkness wird dir dein Lächeln aus dem Gesicht zaubern...", flüsterte er und wieder lag ein gemeines Grinsen auf seinem Gesicht.
Die Kleine lachte vergnügt, als ihr Vater sie am Bauch kitzelte. Darkness hingegen beobachtete das Kind kritisch, als würde er angestrengt nachdenken.

"Ein wertvolles Rabenkind für mich. Meine Reise hierher hat sich wirklich gelohnt." Niemand schenkte Darkness Beachtung, stattdessen murmelte die Frau: "Es ist kalt." Sie blickte in Darkness Richtung, sah ihn jedoch nicht. Darkness kniff kaum merklich die Augen zusammen als er ihrem Blick begegnete, dann wandte er sich wieder dem Kind in der Wiege zu.
"Nun, Rabenkind, ich sehe, um deine dunkle Seite in Gang zu setzen, muss ich ein wenig nachhelfen.", meinte Darkness. "Wie wäre es, wenn ich sie mit Eifersucht fülle?", fragte er sich selbst. Plötzlich erhellte sich seine Miene wieder. "Nein, besser noch! Ich schenke ihr eine Wut, wie sie noch nie jemand gespürt hat. Ich setze sie ganz tief in ihr Herz hinein, sie wird sich nicht einmal davor wehren können..."
Die Eltern liefen die Treppen hoch, einen letzten Blick hinter sich werfend.
Darkness nahm das kleine Mädchen in den Arm und drückte sie eng an sein mit Hass gefülltes Herz. "Ja, ich bin mir ganz sicher, du bist es, Rabenkind." Als er sie zurücklegte, lag ein gefährlicher Zorn in ihren Augen und ihre Augenbrauen waren wütend zusammengezogen, für ein Mädchen in ihrem Alter sehr unüblich. Zufrieden lächelte Darkness und verließ das Haus. "Auf wiedersehen, Rabenkind!", rief er noch über die Schulter.

Kapitel 1 Bearbeiten

Muriel schlenderte gedankenverloren über das weite Kornblumenfeld, das sich bis zum Horrizont erstreckte, wo die Abendsonne gerade hinter den Hügeln unterging und alles in ein edles, zartrosanes Licht tauchte. Die Wolken schwebten federleicht durch den Himmel und sahen dabei aus wie kleine Stückchen aus Zuckerwatte. Weit hinter sich konnte sie noch die rot-weiß karrierte Picknick-Decke erkennen, die nicht ganz in die ländliche Landschaft passte. Muriel trat noch ein paar Schritte weiter, um sich einen Strauß Kornblumen zu pflücken. Den werde ich Mama schenken, sie liebt Blumen und freut sich, wenn ich an sie gedacht habe. Außerdem muss ich ja irgendwie wieder gut machen, was ich heute morgen gesagt habe. Ich bin zu weit gegangen und jetzt macht sie sich sicher meinetwegen Vorwürfe. Muriel warf einen raschen Blick zurück, während sie die Blumen behutsam abriss. Ich hoffe, Papa sucht mich nicht. Er weiß schließlich nicht, wo ich hingegangen bin...

Muriel beobachtete einen kleinen, weiß-geflügelten Schmetterling, der sich auf einer der Kornblumen niedergelassen hatte und nun elegant mit den Flügeln schlug und sich wieder in die Lüfte erhob. Schmetterlinge haben etwas Anmutiges, irgendwie. Muriel blickte ihm lange hinterher und beobachtete, wie er seine Reise fortsetzte, welche über die mit Blumen bewachsenen Hügel führte. Aus einem merkwürdigen Grund verspürte sie den Drang, ihm wie ein kleines Kätzchen hinterherzuspringen, ließ es aber bleiben. Stattdessen war sie wütend. Sie wusste nicht einmal warum, aber Zorn loderte plötzlich durch ihre Adern. Was ist das? Ich bin doch auf gar niemanden wütend. Angestrengt sank sie zu Boden und versuchte die Wut verschwinden zu lassen, doch sie pochte wie schlimme Kopfschmerzen in ihrem Schädel und trieb ihr die Tränen in die Augen. Immer wenn Muriel wütend war, brach sie früher oder später vor Verzweiflung in Tränen aus. Aber diesmal war es anders - sie spürte die unkontrollierbare Wut in sich - konnte sich aber beim besten Willen an keinen Grund erinnern. "Lass die Wut raus, Rabentochter. Du kannst sie nicht für ewig in dein Herz verbannen.", flüsterte der Wind ihr zu. Muriel drehte sich um die eigene Achse, konnte aber niemanden erkennen, der das gesagt hatte. "Rabentochter! Du gehörst mir! Du bist dunkel, ganz tief in deinem Herzen und du wirst das nie ändern können." Muriel nahm beide Hände an die Ohren und begann zu trällern, doch die Stimme ließ nicht von ihr ab. "Wir beide werden mächtig, glaub mir, wir werden Kraft haben, Herrscher sein. Das willst du doch auch....", hauchte die fremde Stimme ihr verschwörerisch zu. "Nein!", schrie Muriel und stolperte vorwärts, während ihr Blick sich langsam verschleierte.

Gerade wollte sie weiterlaufen, doch sie hörte die Stimme ihres Vaters aus der Ferne rufen. "El?" Muriel rang erleichtert nach Luft und rannte in die Richtung, aus der James' Stimme kam. Bald tauchte er wieder in ihrem Sichtfeld auf und winkte ihr erleichtert zu. "Ich habe dich überall gesucht, wo warst du denn?", fragte er, als sie vor ihm angekommen war. Statt zu antworten brach sie in Tränen aus. "Ich will weg von hier.", wimmerte Muriel leise. Ihr Vater nickte langsam und nahm sie bei der Hand. "Gut, gehen wir."

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